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Kennen Sie diesen Gedanken?

Jetzt ist alles verloren!

Wann könnte der Gedanke in Ihrem Inneren aufgetaucht sein?

  • Vielleicht hatten Sie sich vorgenommen mit Sport anzufangen?
  • Wollten Sie ein bestimmtes Programm absolvieren?
  • Hatten Sie sich vorgenommen auf eine bestimmt Art zu essen?

Und: Es ist Ihnen nicht geglückt!

Ist in diesem Moment der Gedanke “Jetzt ist alles verloren!” aufgetaucht?

Genau das ist mir passiert!

Ich hatte diesen Gedanken und ich habe ihn geglaubt!

Was passiert ist, weil ich diesen Gedanken geglaubt habe, und zu welchen überraschenden Ergebnissen ich mit The Work gekommen bin, das lesen Sie in diesem Blog-Artikel.

Wenn Sie den Satz auch überprüfen möchten, legen Sie sich Zettel und Stift bereit und beantworten Sie die Fragen der folgenden Work auf dem Papier! Wenn Sie mögen, lassen Sie sich von meinen Antworten inspirieren. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für The Work finden Sie in diesem Blog-Artikel: The Work – Schritt für Schritt.


Meine Situation: Ich will mich an eine bestimmte Kalorienmenge halten und habe diese an einem Tag völlig überschritten. Da kam mir dieser Gedanke “Jetzt ist alles verloren!” – Dieser Gedanke hat mich kalt erwischt, völlig aus der Bahn geworden und total traurig gemacht.
Wie ist Ihre Situation, in der Sie diesen Gedanken geglaubt haben?
Schreiben Sie diese Situation auf das Blatt Papier und starten Sie mit der Überprüfung!

1. Frage: “Jetzt ist alles verloren!” Ist das wahr? – Schreiben Sie Ihre Antwort auf das Papier! Möglich sind: Ja oder Nein!

Ja.

2. Frage: “Jetzt ist alles verloren!” Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? – Schreiben Sie Ihre Antwort auf das Papier! Möglich sind: Ja oder Nein!

Ja.

3. Frage: “Jetzt ist alles verloren.” Wie reagierst du, was geschieht, wenn du diesen Gedanken glaubst?  – Schreiben Sie Ihre Antwort auf das Papier!

Ich bin total enttäuscht, ich mache mir Vorwürfe, ich bin gegen mich selber aufgebracht und wütend. Ich bin traurig und entsetzt. Innerlich schreie ich vor Entsetzen. Ich bin so wütend, kann es fast nicht aushalten, so wütend bin ich. Im Nacken spüre ich einen enormen Druck, da ist auch Angst und da ist die Wut. Meine Schultern sind angespannt, meine Wangen sind angespannt, mir wird heiß und kalt, ich bin super gestresst, fast in Panik, ich spüre die Angst und das Entsetzen in meinem Magen, ich bin unendlich traurig.

Ich sehe mich in der Zukunft als Dicke, ich sehe mich als hoffnungslosen Fall, ich sehe mich verloren und ausgeliefert.

Ich bin in einer Sackgasse, aus der ich nicht wieder rauskomme, ich bin sicher: Alles, was ich bis jetzt bezüglich meines Gewichtes getan habe, war umsonst. Ich schaffe es eben nicht, ich bin zu lasch mit mir selber, niemals werde ich mein Ziel erreichen.

In Gedanken gehe ich zu anderen Menschen, die es meiner Meinung nach im Griff haben, ich bin wütend auf diese Menschen, ich hasse sie, ich gönne es ihnen nicht, dass sie besser mit Essen umgehen können, als ich, ich schäme mich, dass ich mit Essen nicht klar komme, andere Menschen auf dieser Welt hungern oder verhungern und ich bin so eine Lusche, schaffe es noch nicht mal, mich einzuschränken. Ich bin so wütend auf mich selber, ich schäme mich für mich und für mein Verhalten. Gerade dafür schäme ich mich so sehr, dass andere auf der Welt hungern und ich im Überfluss lebe und diesen nicht im Griff habe, das finde ich total erbärmlich.

Ich bin streng mit mir, ich lasse kein gutes Haar an mir und an meiner Art zu essen, an meiner Art, mit mir selber umzugehen.

Wenn ich so mit mir umgehe, fühlt sich das sehr schlecht an. Ich bin nicht in der Lage fröhlich zu sein, einfach mein Leben zu leben, einfach den nächsten Schritt zu machen, im Hier und Jetzt zu leben, ich bin nicht in der Lage milde mit mir zu sein, mich zu unterstützen, mich zu stärken, ich bin nicht in der Lage, mich um mein Wohlbefinden zu kümmern.

Wenn ich den Gedanken (Jetzt ist alles verloren!) glaube, dann habe ich mich in meinem Leben immer wieder aufgegeben, immer wieder alles hingeschmissen, mich schlecht behandelt, mich runtergezogen, immer wieder habe ich den Mut und die Hoffnung verloren. Oft war mein Leben nicht schön, weil ich das geglaubt hatte.

Wenn ich das glaube (Jetzt ist alles verloren!), esse ich, dann esse ich, um alle blöden Gefühle, die da sind, um alle Vorwürfe, die ich mir mache, nicht zu spüren, und ich esse, weil ich glaube, dass ich es eh nicht schaffen werde. Dann ziehe ich mich zurück, esse heimlich und bin nicht mit mir und nicht mit anderen in Kontakt, dann bin ich total einsam, das einzige, was ich dann noch habe, ist das Essen.

Wenn ich das glaube, bin ich nicht in meinen Angelegenheiten. Denn ich bin nicht diejenige, die die Kontrolle darüber hat, die entscheidet, ob etwas verloren ist oder nicht. Ich bin nicht in meinen Angelegenheiten, weil ich nicht die Verantwortung für mich, meine Gefühle, mein Wohlbefinden und mein Essen übernehme. Ich lasse mich gehen, wenn ich das glaube. Ich lasse mich fallen.

Ich bin nicht in der Lage, für mich da zu sein. Ich bin nicht in der Lage, mich um mich und um mein Wohlbefinden zu kümmern. Ich bin nicht in der Lage, im Hier und Jetzt zu sein, meine Gedanken sind in der Zukunft, in einer düsteren Zukunft, und sie sind in der Vergangenheit und listen mir alle Situationen auf, in denen ich es nicht geschafft habe, mit meinem Essen so umzugehen, wie ich es mir wünsche. Ich bin nicht in der Lage mit anderen und mit meinem wahren Selbst in Kontakt zu sein. Ich bin nicht in der Lage, einfach zu sein, einfach nur im Hier und Jetzt präsent zu sein.

Ich vermeide es, zu mir zu stehen, mir selber die Hand zu geben, mir selber wieder auf die Füße zu helfen. Ich vermeide es, mit mir selber ehrlich zu sein, mich ernst zu nehmen, das, was ich fühle und was ich brauche ernst zu nehmen.

Wenn ich den Gedanken glaube (Jetzt ist alles verloren!), bekomme ich nicht mit, wie wunderschön die Welt ist, ich sehe nicht, wie die Sonne scheint, dass ich noch zum Sport gehen könnte, dass ich eine Freundin anrufen könnte oder dass ich einfach nur mich daran erfreuen könnte, mit meinem Hund zu knuddeln. Dabei tue ich so, als wüsste ich nicht, dass ich die einzige Person bin, die für mein Glück und für mein Unglück die Verantwortung hat, ich tue so, als wüsste ich nicht, wie ich mich wieder glücklich machen könnte oder als wüsste ich nicht, woher ich Unterstützung bekommen könnte und ich tue so, als wüsste ich nicht, dass es einen Sinn hat, dass es einen Grund hat, dass ich mehr gegessen hatte, als ich wollte, ich tue so, als wüsste ich nicht, dass ich mehr gegessen hatte, weil es mir nicht gut ging und ich mich nicht um mich gekümmert habe oder mich nicht um mich kümmern wollte. Es schien mir leichter, einfach zu essen, anstatt, mich um mich zu kümmern, mich ernst zu nehmen und etwas zu tun, das mir gut tut, anstatt zu essen.

Dieser Gedanken (Jetzt ist alles verloren!) hat den versteckten Vorteil, dass ich mir selber oder anderen die Schuld geben kann und dass ich mich dann nicht um eine Lösung dazu, wie es mir (ohne Essen) besser gehen könnte, kümmern muss, alles kann so bleiben, wie es ist, ich muss meine Komfortzone nicht verlassen, ich muss mich nicht auf etwas Neues, Unbekanntes einlassen, ich selber muss mich nicht ändern, kann meine alten Methoden (nämlich Essen) weiter verwenden, wenn es mir schlecht geht, auch wenn diese Methode nicht so effektiv ist und ich besser etwas anderes machen könnte.

Ich muss mich nicht bewegen, mein Denken muss sich nicht bewegen, alle anderen würden genauso wie ich sehen, dass ich eben Schuld habe und dann bleibt alles wie es ist, nämlich ungelöst, ich bleibe unglücklich, muss mich aber nicht bewegen.

Wenn ich diesen Gedanken (Jetzt ist alles verloren!) nicht mehr glauben würde, müsste ich mich bewegen, müsste ich auf eine neue Art mit mir selber in Kontakt kommen, müsste ich mich selber ernst nehmen, die Verantwortung für mein Wohlbefinden übernehmen, ohne den Gedanken könnte ich niemanden mehr die Schuld geben, auch mir selber nicht.

Dieser Gedanken (Jetzt ist alles verloren!) bringt total viel Stress in mein Leben, er hindert mich daran, ins Tun zu kommen, er bringt mir Unbeweglichkeit, Unfrieden, Schuldgefühle, Mangel, Einsamkeit, Verlorenheit und Traurigkeit und ein Übermaß an Essen.

Wenn ich an diesem Gedanken festhalte, verharre ich in Bewegungslosigkeit, in einer Starre, im Alten, in meinem alten Denken.

Wenn ich den Gedanken nicht hätte, könnte ich frei sein. Es gibt keinen stressfreien Grund, diesen Gedanken zu behalten! Ohne den Gedanken könnte ich Frieden finden, ich könnte Lösungen finden, ich könnte ins Tun kommen und aus dem Beschuldigen aussteigen.

4. Frage: “Jetzt ist alles verloren!” Wer oder was wärest du ohne den Gedanken? – Schreiben Sie Ihre Antwort auf das Papier!

Meine Schultern entspannen sich. Meine Wangen entspannen sich, ich bin ruhig, ich bin in mir und mit mir in Kontakt, die Anspannung fällt ab.

Ohne den Gedanken wäre ich in der gleichen Situation ruhig, ich könnte milde mit mir sein, ich könnte mir die Hand reichen, mich sehen, mich ernst nehmen, sehen, was mich dazu gebracht hat, mehr zu essen, als ich wollte, ich sehe, dass es mir nicht gut ging.

Ich wäre milde und verständnisvoll mit mir, mir wäre klar, dass es einen Sinn hatte, mehr zu essen, als ich wollte, ich wüsste, dass das Essen ein Zeichen für mich ist, dass ich im Alten verharre und keine neuen Wege beschreite, dass ich keine neuen Ideen habe oder anwende, damit es mir gut geht. Essen ist mein Indikator dafür, dass etwas gerade nicht stimmt.

Ohne den Gedanken könnte ich auf das sehen, was geschehen ist. Ich müsste nicht schamvoll wegsehen oder darüber hinwegsehen. Ich könnte gerade heraus auf das blicken, was ist, ohne es oder mich zu verurteilen. Ich habe mehr gegessen als ich wollte, mehr ist es nicht.

Ohne den Gedanken wäre ich bei mir, würde mich nicht mit anderen vergleichen und würde respektvoll mit mir und mit anderen umgehen.

Umkehrungen zu: “Jetzt ist alles verloren!” – Finden Sie Ihre Umkehrungen und Ihre Beispiele und schreiben Sie diese auf das Blatt Papier!

Ins Gegenteil: “Jetzt ist nicht alles verloren!”
Beispiele: Ich kann mein Kalorienzählen weiter machen. Ich bin in der Lage zu ergründen, warum es mir so schlecht ging, dass ich zu viel gegessen hatte. Gerade das übermäßige Essen bedeutet, dass ich ganz viel gewinne, da ich mich und mein Wohlbefinden jetzt ernst nehme, da ich jetzt ergründe, warum es mir schlecht ging (so dass ich gegessen habe) und wenn ich weiß, was mir fehlt, dann kann ich aktiv nach etwas suchen, dass mir gut tun könnte (außer zu essen). Das übermäßige Essen ist mein Anzeiger für mein Wohlbefinden! Jetzt ist nicht alles verloren, weil ich jetzt die Chance sehe, Essen als Anzeiger dafür zu verwenden, das mir zeigt, wenn es mir nicht gut geht, wenn ich mich nicht gut genug um mich kümmere und wenn ich das weiß, kann ich damit starten, dass ich mich besser um mich kümmere, dass ich herausfinde, wie es mir wieder besser gehen könnte

Ins Gegenteil: “Jetzt ist nichts verloren!”
Beispiele: Es ist gar nichts verloren, ich kann nur gewinnen, wenn ich mit übermäßigem Essen einen Anzeiger dafür habe, dass es mir gerade schlecht geht. Es ist nichts verloren, weil es nichts gab, dass ich hätte verlieren können. Ich habe nur mehr gegessen, als ich mir vorgenommen hatte, mehr ist nicht passiert, dadurch habe ich alles behalten, was ich sowieso schon hatte. Außerdem ist nichts verloren, da ich jederzeit weniger essen kann, jederzeit ein Kaloriendefizit erreichen kann.

Ins Gegenteil: “Jetzt ist alles gewonnen!”
Beispiele: Das ist total wahr, mit dem übermäßigen Essen habe ich alles gewonnen: einen Zugang zu mir selber und zu meinem Wohlbefinden, es ermöglicht mir, mich zu bewegen, meine Komfortzone zu verlassen, ich kann mich um andere Dinge als um Essen kümmern, bin mit meinen Gedanken im Hier und jetzt, nehme mich selber wichtig und schätze die Hinweise, die das Essen mir über mich gibt.