Kategorie: Allgemein

  • Du musst nicht wissen, warum du isst

    Du musst nicht wissen, warum du isst

    „Ich esse aus Stress.“
    „Ich esse aus Langeweile.“
    „Süßes ist eben Nervennahrung.“

    Solche Erklärungen sind weit verbreitet. Vielleicht hast du sie auch schon für dein eigenes Essen übernommen.

    Aber weißt du damit wirklich, was dir das Essen gegeben hat?

    Zwei Menschen können nach einem stressigen Arbeitstag Schokolade essen und sich damit völlig unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Vielleicht geht es bei der einen um Ruhe, bei der anderen um Freiheit oder Geborgenheit.

    Welche Bedürfnisse du dir tatsächlich mit dem Essen erfüllst, kannst du nicht einfach aus allgemeinen Erklärungen ableiten.

    Genau dafür gibt es bei Selbstbestimmt Essen die Entdecke-deinen-Schatz-Übung.

    Sie ist wie ein präzises Instrument, mit dem du deine bislang unbewussten Beweggründe entdecken kannst.

    Du erinnerst dich an eine konkrete Esssituation, über die du dich geärgert hast. Dann findest du den glücklichsten Moment innerhalb dieser Situation und erkundest, welche Gefühle du dabei erlebt hast.

    Über diese Gefühle gelangst du zu den Bedürfnissen, die du dir in diesem Moment mit dem Essen erfüllt hast: deinen Schatzbedürfnissen.

    Diese Bedürfnisse waren bereits wirksam, auch wenn du dir ihrer nicht bewusst warst. Mit der Übung holst du dieses Wissen ins Bewusstsein.

    Und wenn du deine Schatzbedürfnisse kennst, kannst du bewusst mit ihnen weiterarbeiten.

    Du musst also nicht raten, warum du isst. Du kannst es entdecken.

    🎥 In diesem kurzen Video erzähle ich, wie die Entdecke-deinen-Schatz-Übung entstanden ist.

    Möchtest du deine eigenen Schatzbedürfnisse entdecken? Wenn du dich für den kostenlosen Newsletter von Selbstbestimmt Essen anmeldest, erhältst du die Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Entdecke-deinen-Schatz-Übung.

  • Warum du Ja sagst, obwohl du Nein meinst – und was das mit deinem Essen zu tun hat

    Warum du Ja sagst, obwohl du Nein meinst – und was das mit deinem Essen zu tun hat

    „Kannst du mir am Samstag helfen?“

    „Ja, klar.“

    Die Antwort ist schon draußen. Erst später merkst du, dass es dir eigentlich überhaupt nicht passt. Du bist müde, hast genug zu tun und hattest dich auf einen freien Samstag gefreut.

    Vielleicht ärgerst du dich sogar über die Person, die dich gefragt hat. Dabei hat sie zunächst einmal nur gefragt. Du hast Ja gesagt. Obwohl ein Nein vielleicht ehrlicher gewesen wäre.

    Warum passiert uns das? Vielleicht möchten wir niemanden enttäuschen, dazugehören oder einen Konflikt vermeiden. Vielleicht sind wir auch daran gewöhnt, zuerst darauf zu schauen, was andere brauchen. Manchmal bemerken wir unser eigenes Nein erst, wenn wir längst zugesagt haben.

    Was hat das mit deinem Essen zu tun?

    Manchmal beginnt eine Esssituation lange bevor du etwas isst.

    Stell dir vor, du hilfst am Samstag tatsächlich. Abends kommst du nach Hause, setzt dich aufs Sofa und isst. Vielleicht mehr, als du eigentlich vorhattest.

    War das Essen jetzt das Problem?

    Vielleicht lohnt es sich, darauf zu schauen, was vorher passiert ist. Du hast Ja zu einem anderen Menschen gesagt und möglicherweise gleichzeitig Nein zu etwas, das dir selbst wichtig war: Ruhe, Freiheit, Zeit für dich oder Erholung.

    Was dein Essen anschließend für dich tut, weißt nur du.

    Vielleicht gibt es dir etwas von dem, was an diesem Tag zu kurz gekommen ist. Vielleicht ist es etwas ganz anderes.

    Bei Selbstbestimmt Essen geht es deshalb nicht darum, das Essen als Problem zu betrachten. Es geht darum, herauszufinden, welche Bedeutung es für dich hat und welche Bedürfnisse möglicherweise dahinterstehen.

    Freiwilligkeit beginnt damit, das eigene Nein wahrzunehmen

    Freiwilligkeit ist einer der drei Werte von Selbstbestimmt Essen. Die anderen beiden sind Ehrlichkeit und Selbstverantwortung.

    Freiwilligkeit bedeutet für mich mehr als nur, dass niemand dich zu etwas zwingt. Es bedeutet auch, dein eigenes Nein wahrzunehmen.

    Denn dieses Nein kann eine wichtige Information enthalten:

    Was würde für mich zu kurz kommen, wenn ich Ja sage?

    Vielleicht bemerkst du dein Nein erst später. Auch dann darfst du deine Entscheidung ändern. Du darfst ein Ja zurücknehmen.

    Das gilt selbstverständlich auch bei Selbstbestimmt Essen. Du kannst einer Übung zustimmen und währenddessen feststellen, dass du sie doch nicht machen möchtest. Du kannst eine Frage unbeantwortet lassen oder entscheiden, dass du an deinem Essen gerade überhaupt nichts verändern willst.

    Ein einmal ausgesprochenes Ja verpflichtet dich nicht dazu, dabei zu bleiben.

    Ist dein Ja wirklich ein Ja?

    Es geht nicht darum, ab jetzt möglichst oft Nein zu sagen oder jedes Nein sofort zu befolgen. Es geht zunächst darum, es überhaupt zu bemerken.

    Vielleicht achtest du in den nächsten Tagen einmal darauf, wann dein Ja besonders schnell kommt.

    Und vielleicht lässt du dir beim nächsten Mal einen Moment mehr Zeit, bevor du antwortest.

    Denn dein Nein kann dir etwas darüber verraten, was du gerade brauchst.