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Essen brauche ich für meine Entspannung

Von Oktober bis April gibt es jeden Mittwoch um 20:00 Uhr eine begleitete Work zu einem Essens-Satz in einem Facebook-Chat. In diesem Artikel könnt ihr die letzte Work der letzten Saison nachlesen. Der Satz für diese Work war: “Essen brauche ich für meine Entspannung”. Ich habe nur meine Antworten verwendet, die Beiträge der Teilnehmerinnen habe ich gelöscht. Sonst habe ich alles so gelassen, wie es jeden Mittwoch stattfindet. So könnt ihr einen Eindruck von dem Ablauf der begleiteten Work bekommen. Wer Lust hat ab Oktober dabei zu sein, der schreibe mich gerne an. Wer nicht bei Facebook ist und mitmachen möchte, schreibe mich auch gerne an. Sobald es genug Teilnehmerinnen gibt, finden wir eine andere Lösung als Facebook.

Tipp: Wenn du magst, kannst du beim Lesen deine eigenen Antworten auf einem Zettel notieren und auf diese Weise diese Work mitmachen.

Begrüßung

Hallo zusammen! In fünf Minuten beginnen wir. Schreibt doch bitte ein „Hallo“ in den Chat, damit ich weiß, wer da ist. Danke.

Die Teilnehmerinnen schreiben “Hallo” in den Chat.

Heute überprüfen wir den Satz “Essen brauche ich für meine Entspannung”.

Zur Erinnerung: The Work, das sind vier Fragen. Mit diesen vier Fragen überprüfen wir, ob der Satz, den wir glauben und der stressig ist, wahr ist. Die Fragen lauten: 1. Ist das wahr? (Antwort: Ja oder Nein, bei Nein wird die zweite Frage übersprungen) 2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist? (Antwort: Ja oder Nein). 3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst? (freie Antwort). 4. Wer oder was wärest du ohne diesen Gedanken? (freie Antwort).

Dann kommen die Umkehrungen mit den Beispielen. Die Umkehrungen wirst du verstehen, wenn wir sie betrachten. Lies einfach, wie die anderen es machen, dann wirst du es auch können. Es gibt kein Richtig und kein Falsch.

The Work, das ist Meditation. Nimm dir Zeit für die Antwort. Horche in dein Inneres: Welche Antwort steigt in dir auf? Bemerke deinen Verstand, der die Antwort vielleicht abwertet. Nimm deine Antwort ernst. Nimm dich ernst. Übe dich in radikaler Ehrlichkeit dir selbst gegenüber.

Wir machen hier eine Popcorn-Work, das bedeutet: Eine Person (in diesem Falle ich) begleitet eine Gruppe durch The Work. Die Gruppe hat sich vorher auf einen Satz geeinigt, der mit The Work überprüft werden soll. Die Begleiterin stellt die Fragen und jede*r antwortet, sobald die Antwort in ihr / ihm aufpoppt. Deshalb heißt es Popcorn-Work.

Wenn eine neue Frage auftaucht, wechsle ich die Chatfarben, dann wisst ihr, dass etwas Neues kommt.

Okay. Der Satz lautet: “Essen brauche ich für meine Entspannung.“

Wir suchen eine Situation, in der wir das geglaubt haben, damit sich unser Verstand während der Work auf diese Situation beziehen kann.

Finde eine Situation, in der du den Gedanken geglaubt hast! Wenn du die Situation gefunden hast, schreibe “fertig” in den Chat.

Die Teilnehmerinnen suchen nach einer Situation, in der sie den Satz “Essen brauche ich für meine Entspannung” geglaubt haben und schreiben “fertig” in den Chat, sobald sie ihn gefunden haben. Was ist deine Situation?

“Essen brauche ich für meine Entspannung.“ In der Situation! Ist das wahr?

Die Teilnehmerinnen beantworten diese Frage mit “Ja” oder “Nein”, jede Antwort ist richtig. Wie lautet deine Antwort?

“Essen brauche ich für meine Entspannung.“ Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

Die Teilnehmerinnen beantworten diese Frage mit “Ja” oder “Nein”, jede Antwort ist richtig. Wie lautet deine Antwort?

“Essen brauche ich für meine Entspannung.“ Wie reagierst du, was geschieht, wenn du diesen Gedanken glaubst?

Die Teilnehmerinnen schreiben ihre Antworten zu dieser Frage in den Chat. Im Folgenden liest du meine Antworten zur Frage. Welche Antworten hast du auf diese Frage?

Ich esse. Ich bin gestresst. Fällt mir nur Essen ein, wenn ich entspannen will. Ich bin nicht mit mir in Kontakt. Ich bin angespannt, meine Wangen sind angespannt. Ich fühle mich verloren. Ich merke, wie ich wütend werde, wie ich in mir drin, fast heimlich wütend bin. Meine Schultern sind angespannt. Ich sorge nicht für mein Wohlbefinden. Ich esse nebenbei, genieße es nicht. Sehe dabei fern. Ich übergebe die Verantwortung für meine Entspannung an das Essen. Das Essen soll für meine Entspannung sorgen, damit bin ich nicht mehr in meinen Angelegenheiten. Ich nehme mich selber und meine Bedürfnisse nicht ernst. Ich traue mir selber nicht zu, für mein Wohlergehen zu sorgen.

Ich belüge mich. Es gibt Anderes, das mich entspannen könnte. Ich bekomme nicht mit, dass es besser wäre ein Nachmittagsschlaf zu halten. Ich verwenden pauschal Essen, wenn ich entspannen will, ohne herauszufinden oder herausfinden zu wollen, was ich wirklich brauchen. Essen ist so eine scheinbar einfache Lösung, ich kann einfach essen und komme nicht auf die tausend anderen Möglichkeiten, die ich hätte, um zu entspannen. Ich speise mich selber mit einer einzigen billigen Idee ab. Ich wertschätze mich und meine Bedürfnisse nicht.

Ich gehe schlecht mit mir um. Ich nehme meinen Zustand nicht ernst. Ich bekomme nicht mit, wie erbärmlich das ist, mich einfach mit Essen abzuspeisen, ich bekomme nicht mit, wie einfallslos ich bin. Es ist, als habe ich Scheuklappen auf, die mich nur Essen als Lösung sehen lassen.

Ich bin richtig entsetzt, dass ich mich so schlecht behandle. Ich nutze Essen tatsächlich dafür, schnell und ohne Nachdenken zu entspannen, damit ich dann wieder funktionieren kann. Ja, ich benutze Essen dafür, mich wieder funktionstüchtig zu machen, ohne darüber nachdenken zu müssen, was gerade tatsächlich schief läuft, so dass ich Entspannung brauche. Anstatt in meinem Leben etwas zu ändern, mir mein Leben schöner und entspannter zu machen, lasse ich mich essen.

“Essen brauche ich für meine Entspannung.“ Wer oder was wärest du ohne diesen Gedanken?

Die Teilnehmerinnen schreiben ihre Antworten zu dieser Frage in den Chat. Im Folgenden liest du meine Antworten zur Frage. Welche Antworten hast du auf diese Frage?

Ich grinse. Ich bin in der Lage, in Alternativen zu denken. Meine Schultern entspannen sich. Ich atme aus. Ich bin im Hier und Jetzt. Ich übernehme die Verantwortung für meine Wohlergehen.

Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln. Ich kann innehalten und spüren, was in mir gerade los ist, was ich tatsächlich brauche. Neben dem Essen gibt es plötzlich tausend Möglichkeite für Entspannung. Essen steht da nicht mehr im Fokus. Essen ist an den Rand gerückt, vielleicht gar nicht mehr von Bedeutung.

Ich kann mich entspannen. Ich kann mir selber Entspannung geben. Ich brauche nur durchzuatmen, in mich zu horchen, mich selber ernst nehmen, für mich da sein, mich wichtig nehmen. Ich brauch nur mich selber für meine Entspannung. Ich bin die einzige Person, die ich in dem Moment braucht und ich bin da, ich muss nur mit mir in Kontakt sein.

Ich nehme mich und meine Bedürfnisse ernst, das ist toll. Ich erlaube mir nicht funktionsfähig zu sein, das fühlt sich toll an. Ich funktioniere nicht, das ist alles. Allein diese Feststellung lässt mich entspannen.

“Essen brauche ich für meine Entspannung.“ Kehre den Gedanken um! (Wir sammeln erst alle Umkehrungen)

Die Teilnehmerinnen schreiben die Umkehrungen zum Satz “Essen brauche ich für meine Entspannung” in den Chat. Dann begleite ich die Teilnehmerinnen durch die Umkehrungen.

“Essen brauche ich nicht für meine Entspannung.“ Könnte diese Umkehrung genauso wahr sein, wie der Ursprungsgedanke oder vielleicht sogar wahrer? Finde drei Beispiele!

Es gibt tausend Anderes, das ich für meine Entspannung brauchen könnte. Kontakt zu mir selber brauche ich für meine Entspannung, Essen brauche ich nicht. Im Hier und Jetzt sein, brauche ich für meine Entspannung. Ein ehrlicher Umgang mit mir selber ist entspannend. Essen brauche ich wirklich nicht für meine Entspannung. Ich kann mir eingestehen, dass ich gerade nicht mehr kann, um dann damit umgehen zu können. Einfach nur ruhen.

“Essen brauche ich für meine Anspannung.“ Könnte diese Umkehrung genauso wahr sein, wie der Ursprungsgedanke oder vielleicht sogar wahrer? Finde drei Beispiele!

Ja, mit Essen will ich mich puschen, will ich mich funktionsfähig erhalten. Wenn ich Stress auf der Arbeit habe, dann benutze ich Essen, um mich in einer Anspannung zu halten, so dass ich funktionieren kann. Ich benutze Essen eher um mich wach zu halten und um konzentriert sein zu können, obwohl ich bereits erschöpft bin.

„Essen brauche ich gegen meine Entspannung.“ Könnte diese Umkehrung genauso wahr sein, wie der Ursprungsgedanke oder vielleicht sogar wahrer? Finde drei Beispiele!

Ja, mir wird jetzt klar, dass Essen bei mir gar keine Entspannung bewirkt. Wenn ich an die letzte Ess-Situation zurückdenke, war ich mit dem Essen überhaupt nicht entspannt, im Gegenteil, ich war angespannt.

Wenn ich die Umkehrung so lese, wird mir klar, dass ich gerade mit Essen nicht entspannen kann. Für mich wäre es viel, viel besser, wenn ich tatsächlich einfach entspannen würde, anstatt zu essen. Essen puscht mich richtig.

„Mein Denken brauche ich für meine Entspannung.“ Könnte diese Umkehrung genauso wahr sein, wie der Ursprungsgedanke oder vielleicht sogar wahrer? Finde drei Beispiele!

Wie ich in dem Prozess dieser Work erkannt habe, ist es mein Denken, das für meine Entspannung viel wichtiger ist als Essen. Wenn ich mein Denken dazu verwende, Ideen für Entspannung zu finden, dann ist mein Denken hierzu viel nützlicher als Essen. Wenn ich einfach nur esse, ist mein Denken ausgeschaltet, dabei bräuchte ich in dem Moment mein Denken, dann könnte ich zum Beispiel auf die Idee kommen, einfach ein bisschen zu dösen oder ein NIckerchen zu machen.

„Mich brauche ich für meine Entspannung.“ Könnte diese Umkehrung genauso wahr sein, wie der Ursprungsgedanke oder vielleicht sogar wahrer? Finde drei Beispiele!

Ich bin die einzige Person, die ich für meine Entspannung brauche, das ist absolut wahr und fühlt sich total entspannend an. Und das ist auch total entspannend, weil ich immer da bin. Über mich kann ich immer verfügen. Diese Umkehrung erscheint mir viel ehrlicher.


Weitere Informationen zu Überprüfung von Sätzen zum Thema “Essen” findest du in dem E-Book “Lieben was du isst” von Renate Waschek (bei Amazon) und natürlich in diesem Blog.